Deutsches Kolleg
28. März 2001

Kapitalistische Maul- und freihändlerische Klauenseuche

1. Der altbewährten europäischen Bauernwirtschaft hat die Maul- und Klauenseuche (MKS) keine sonderlichen Schwierigkeiten bereitet: Nur etwa 10% des erkrankten Bestandes, zumeist Jungtiere, starb an der Seuche. Das Fleisch erkrankter Tiere enthält (wie das der geimpften) Antikörper gegen den Erreger und ist nach Wärmebehandlung genauso für den menschlichen Verzehr geeignet wie das gesunder Schlachttiere. In der altbewährten europäischen Bauernwirtschaft betraf eine MKS ein bis drei Dörfer, in denen sich die Krankheit austobte. Der wirtschaftliche Schaden für die Betroffenen war gering.

2. Der liberalkapitalistische Freihandel erst macht die Viehseuchen zur Wirtschaftskatastrophe. In der Weltkrise der Marktwirtschaft, an deren Beginn wir stehen und die um vieles vernichtender sein wird als die Weltkrise von 1929 ff., entbrennt ein besonders heftiger, negativer Konkurrenzkampf, der nicht um Extraprofite geführt wird, sondern um die betriebswirtschaftliche Vermeidung der gesellschaftlich notwendigen und gemeinschaftlich überflüssigen Kapitalvernichtung, die den Inhalt der Krise ausmacht.

3. Die globale Erscheinungsform der MKS ist keine Seuche der viehhaften Naturalform, sondern eine der ins globalistische Extrem getriebenen, freihändlerisch-kapitalistischen Verkehrsform. Sie ist der Beginn einer Gesellschaftskrise und einer Gemeinschaftskonjunktur in allen Völkern der Welt gleichermaßen.

4. Daß die kapitalistischen Staaten die gesundheitspolitisch und seuchenpolizeilich völlig überflüssige Holokaustierung erzwingen, beweist den partiellen Wahrheitgehalt der alten Stamokap-Theorie der 70er Jahre, wonach die Staaten heute bloße Handlanger der aggressivsten Fraktionen des Kapitals sind, nämlich des Finanz- und des Monopolkapitals. Die krisennotwendige Vernichtung eines Teils des gesellschaftlichen Gesamtkapitals wird so eine erzwungene Vernichtung seiner schwachen Fraktionen; den Verlust tragen Bauern, Verbraucher und Steuerzahler.

5. Wer sinnlos Massen von Tieren tötet, der wird bald wieder auch Menschenmassen morden. Das ist nur zu verhindern, wenn noch rechtzeitig das an der Verwertungsseuche erkrankte Goldene Kalb der gemeinschaftlich-notwendigen Schlachtung und rückstandsfreien Brandopferung zugeführt wird. - Amen!

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